Kommunikation-24

Initiative für Soforthilfe bei Schlaganfall

Heinrich KuhnMeine Geschichte

Ich bin Heinrich Kuhn,
Krankenpfleger,
Physiotherapeut,
Lehrer der Alexander-Technk,
und mehr.

Als Physiotherapeut und Therapeut für Alexandertechnik betreute ich seit über 28 Jahren Schlaganfallpatienten, sowohl in der Klinik, als auch im häuslichen Umfeld. Als ich im Dezember 2010 selbst einen Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung auf der linken Seite erlitt, erlebte ich am eigenen Leibe die „andere Seite“, diesmal als Patient.

Dank meiner beruflichen Vorgeschichte habe ich diese Zeit sicherlich anders erlebt als die meisten Betroffenen. Die Kommunikation hat dabei eine Schlüsselrolle gespielt. Und darüber möchte ich in diesem Blog berichten.

3 Ebenen der Kommunikation

Diese Website hat nicht den Anpruch, über den medizinischen Aspekt von Schlaganfällen aufzuklären. Er ist vielmehr eine Kommunikationsplattform von Betroffenen für Betroffene. Das Thema der Kommunikation, das ich hier vorstellen möchte, hat 3  andere Ebenen bzw. Aspekte:

Systemisch – Kommunikation mit den Angehörigen

Physisch – Kommunikation mit dem eigenen Körper

Technisch – Einsatz von Video-Technik als Kommunikationswerkzeug und als neue Einkommensquelle

Aspekt 1:
Kommunikation mit den Angehörigen

Schlaganfallpatienten leiden oft nicht nur unter den Einbußen in der Selbstbestimmung mit all ihren Nebenerscheinungen und Erschwernissen, sondern bei der häuslichen Betreuung kommt oft auch noch das komplizierte Miteinander mit den Angehörigen hinzu.

Das gegenseitige Verstehen wird einem nicht leicht gemacht, besonders in dieser Situation. Der Patient beschäftigt mit sich, kämpft mit oder leidet unter der Begrenzung der fremden Eigenwahrnehmung, sucht Perspektiven, will sich Mühe geben oder hat schon aufgegeben. Die Denkweise ändert sich, die Empfindsamkeit, viele kaum zu nennende Maßstäbe, dazu die systemisch bedingten Einflüsse. Der Patient hat nicht nur Probleme, sich sprach-technisch mitzuteilen, also die Worte klar und deutlich auszusprechen. Er muss außerdem so viele Eindrücke und Gefühle verarbeiten, dass es sogar für ihn selber schwierig ist, da mitzukommen. Geschweige denn, das alles zu kommunizieren.

Schwierigkeiten der gegenseitigen Annahme innerhalb der Familie, die ja auch nicht darauf vorbereitet war – meistens jedenfalls – die auch noch ihre Normalität leben wollen, ja müssen, um selbst gesund zu bleiben.  Sich auf gesunde Weise abzugrenzen haben die wenigsten vorher gelernt. Das was unternommen wird, um sich „abzugrenzen“ ist doch meistens sehr emotional belegt.

Durch diese gestörte Kommunikation innerhalb der Familien leidet die Qualität der Beziehungen untereinander. Ich möchte an dieser Stelle von meinen eigenen Erlebnissen berichten und hoffe, dass dieser Blog anderen Schlaganfallpatienten und Ihren Angehörigen dabei hilft, die Hilflosigkeit in ihrer Kommunikation miteinander zu überwinden.

Aspekt 2:
Kommunikation mit dem eigenen Körper

Gehirn-Koerper-KommunikationDie Alexander-Technik mit ihren Möglichkeiten hat meine berufliche Tätigkeit bereichert und letztlich wesentlich verändert. Ich habe dadurch die Fähigkeit der „Inneren Kommunikation“ erlernt, die mir ermöglichte, mich wesentlich schneller von meinem Schlaganfall zu erholen und meine motorischen Fähigkeiten nicht ganz zu verlieren. Ich habe – einfach ausgedrückt – die Kommunikation zwischen meinem Gehirn und meinem Körper aufrecht erhalten können und es so geschafft, das Bewusstsein (und damit die Reiz-Weiterleitung) in meinem Körper zu erhalten.

So wie der Mensch konstruiert ist, haben wir verschiedene unterstützende Reflexe und Mechanismen. Deren Funktion ist sicherlich eher, uns das Leben leichter zu machen und das Überleben zu begünstigen. Heute gibt es das Wort Nachhaltigkeit, um Auszudrücken, dass es wichtig ist dafür zu sorgen, dass die Ressourcen Luft, Wasser, Erde, Bodenschätze länger halten, vielleicht auch gar nicht mehr weiter verschlissen, vergeudet werden.

Genauso kann ich auch mit mir selber nachhaltig und ökonomisch umgehen.

Mit Hilfe der Alexander-Technik ist das viel einfacher möglich. Es kommt dadurch auch (wieder) zu einer Präsenz, sowohl im Körper als auch im Leben, die das selbstbestimmte reagieren auf verschiedenen Ebenen ermöglicht. Wenn ich mit Patienten oder Klienten arbeite, „behandle“ ich nicht im Sinne wie ich das als Physiotherapeut gemacht habe. Ich „arbeite“ eher an einer inneren Qualität – d.h. wie ich selbst organisiert und präsent bin.

Meine ganze Vorgeschichte, die Erfahrungen, Bilder und meine Möglichkeit beiläufig und doch klar meine Aufmerksamkeit zu lenken, und zu wissen wie wichtig es ist, die Präsenz zu halten, und das „Wohnen“ in der linken (gelähmten) Körperseite nicht einfach aufzugeben, wegschwimmen zu lassen, hat mein Erleben ganz wesentlich geprägt.

Und im OFF, als ich nur meine Gedanken, meinen Körper aber kaum, und die linke Seite gar nicht bewegen konnte, hat sich mir diese ganze Dramatik gezeigt, was „normalerweise“ passieren kann:

Plötzlich völlig andere Selbstwahrnehmung

Bei mir Links: berstende Eisschollen, kalt, Frost, wie Eisdusche

Müdigkeit, übermenschlich, kaum dagegen anzukommen

nur müde, noch nie so müde erlebt

ein Sog raus aus der linken Körperseite, wie ein Geist aus der Flasche

mit riesengroßer Macht

Ich wusste, dass es nicht gut ist, der Müdigkeit und dem Sog, dem Exodus, dem Auszug aus der linken Seite nachzugeben. Daher habe ich meine jahrelange Erfahrung mit der Alexander-Technik benutzt, in mir und mit mir zu kommunizieren und so die „Innere Kommunikation“ zwischen Gehirn und Körper nicht abreißen zu lassen.

Aber die meisten Menschen trifft der Schlaganfall unvorbereitet. Sie haben bis dahin immer im Leben gestanden, ihre Arbeit gemacht, vielleicht auch nur funktioniert, abends froh, dass der Tag geschafft ist. Für diese Menschen (zumindest die ich kennen gelernt habe) ist der Ablauf ein anderer. Sie erleben den „Schlag“ auf ihre Weise, sind mehr oder weniger lange bewußt. Und nach Stunden, Tagen, Wochen, Monaten, wachen sie wieder auf…

Doch dann ist alles anders – und aus ihrem „Globus“, ihrer bisherigen Selbstwahrnehmung, ist eine „Scheibe“ geworden.

Die Idee für das „InstantAidProjekt“ entsteht

Ärzte interessieren sich normalerweise nur für die Fragen:  „Wo ist die Schädigung?“ – “ Wie lange hat die Versorgung gelitten?“

Die Betroffenen hingegen fragen sich, wie ihre Zukunft aussehen wird. Haben sie vorher z.B. viel Sport gemacht, regelmäßig getanzt, Instrument(e) gespielt… – werden sie das wieder ausüben können? Diese Motivation bestimmt wesentlich mit, wie der Weg „zurück“ verläuft, wie motiviert sich der Patient „ins Leben zurück“ kämpft.

Die Schlaganfall-Therapie fängt also immer NACHHER an. Nachdem also schon alles „vorbei“ ist. Nachdem das Gehirn bereits geschädigt und der Körper vielleicht gelähmt ist. Dann wird versucht, zu reparieren, was zu reparieren ist.

Wäre es nicht besser, wenn es eine Möglichkeit gäbe, bereits WÄHREND des Schlaganfalls etwas tun zu können, damit die Auswirkungen geringer sind und eine Lähmung vielleicht erst gar nicht eintritt?

Es wäre sicherlich toll, wenn jeder Mensch durch die Alexander-Technik oder andere Methoden die Fähigkeit erlernen könnte, im Körper „präsent“ zu bleiben. Mit anderen Worten: sich auf einen möglichen Schlaganfall vorzubereiten. Ich fürchte jedoch, dass dieses Ziel unrealistisch ist.

Dennoch ist es mir ein großes Anliegen, dass die bestehende Erstversorgung um zusätzliche Maßnahmen ergänzt wird, die dabei helfen, die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper zu erhalten, um so die Rehabilitationsaussichten erheblich zu verbessern. 

Instant Aid Project LogoWenn die Hilfe also nicht (mehr) von innen kommen kann, dann muss sie von außen kommen!

Diese Erkenntnis hat das „InstantAidProjekt“ ins Leben gerufen. Mein Ziel ist es, eine Studie zu initiieren, die diese Möglichkeiten wissenschaftlich erforscht. Sobald feststeht, welche Techniken am effektivsten sind, sollten alle Ersthelfer und das Pflegepersonal entsprechend geschult werden, so dass alle Menschen eine bessere Soforthilfe bei Schlaganfall erhalten.

Hier erfahren Sie mehr über das „InstantAidProjekt

 

Aspekt 3:
Kommunikation durch den Einsatz von neuen Kommunikationsmedien

Nach meinen Schlaganfall stellte sich mir als Selbständigem außerdem die Frage, wie ich meine Arbeitsfähigkeit und wirtschafliche Basis wiederherstellen könnte. In dieser Situation, in der ich meinen langjährigen Beruf nicht mehr bzw. nicht mehr vollständig ausüben konnte, lernte ich TalkFusion kennen. Der Einsatz dieser modernen Video-Technik hat mir nicht nur ermöglicht, die Kommunikation mit meinem Umfeld aufrecht zu erhalten, sondern sie hat mir auch eine neue Geschäftsmöglichkeit eröffnet, die auch anderen Betroffenen helfen könnte.

Nicht zuletzt ermöglichen mir die Videos und dieser Blog,meine Erfahrungen mit einem größeren Publikum zu teilen, so dass ich Erfahrungsberichte von anderen Schlaganfallbetroffenen sammeln kann.

Dieser Blog widmet sich also drei Schwerpunkten:

1.  Dem „Sofort-Hilfe-Projekt“

Das Selbsterleben als Patient, vor dem Hintergrund von 28 Jahren Erfahrung mit Schlaganfallpatienten und über 24 Jahren  mit Innerer Kommunikation, zeigen mir deutlich erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten für die Prognose nach Schlaganfall.

2.  Der „Inneren Kommunikation“

Wie sieht das konkret aus, sich selbst „organisieren“ ? Und welche Relevanz hat das speziell in der Situation, z.B. nach einem Schlaganfall? „Innere Kommunikation“ geschieht immer! Mein Spielraum eröffnet sich mir, wenn ich sie ABSICHTLICH nutzen kann (und es auch tue).

3.  Dem „Über-Leben“

Durch den Schlaganfall kann vieles, auch die wirtschaftliche Situation, instabil werden. Altes trägt nicht mehr und nicht für jeden ist Hartz IV akzeptabel.

Hier will ich

  • dazu ermuntern, „Neu“ zu denken – und wagen zu denken
  • praktikable Möglichkeiten aufzeigen
  • Kontakte und Unterstützung beim Aufbau von etwas Neuem anbieten
  • Erzählen von dem was ich nutze, um diesen Blog zu realisieren

Alle Texte und Videos sollen in Deutsch und Englisch (und möglichst auch in Französisch, Spanisch, Italienisch, Ungarisch, Indisch, Philippinisch und vielen, vielen weiteren Sprachen – fühlt sich jemand berufen? Unterstützung ist immer willkommen!) veröffentlicht werden.

Bitte helfen Sie mit, das „InstantAidProjekt“ ins Leben zu rufen!

Um Forschungsprojekte in Gang zu bringen, muss ausreichender Bedarf daran bestehen und nachgewiesen werden. Um die Unterstützung von Wissenschaft und Forschung zu bekommen, brauche ich also das Feedback aus der Bevölkerung. Wenn Sie selber oder ein Angehöriger schon mal einen Schlaganfall erlebt haben, dann würde es mir sehr helfen, wenn Sie mir schreiben, wie Sie ihren Schlaganfall erlebt haben. Vielleicht ergeben sich aus dem direkten Vergleich ja schon Anhaltspunkte, wie sich das „InstantAidProjekt“ weiterentwickeln könnte.

Schreiben Sie mir, wie Sie Ihren Schlaganfall erlebt haben!

  • Wo war die Störung?
  • Haben Sie vorher regelmäßig und wie viel getanzt/Sport getrieben (welchen)?
  • Haben Sie ein oder mehrere Musikinstrumente gespielt?

Ich freue mich auf Ihre Geschichte! (Ihre Schilderung wird selbstverständlich vertraulich behandelt.)

Herzlichst, Ihr

Heinrich Kuhn

 

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P.S. Sie können auch helfen, wenn Sie selber (noch) nicht betroffen sind.

WeitersagenBitte empfehlen Sie diesen Blog weiter.

Geben Sie mir z.B. ein „Like“ auf Facebook und schicken Sie den Link an Bekannte, die einen Schlaganfall erlitten haben oder die Angehörige eines Schlaganfall-Patienten sind. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Ich freue mich auch über Ihr Feedback zu diesem Blog. Haben Sie Fragen dazu? Wie gefällt Ihnen diese Idee und das „InstantAidProjekt“?

 

Video-Übersicht

Meine Fusionwall - Hier finden Sie alle Videos dieser Website übersichtlich auf einer Seite

Erzählen Sie IHRE Story

Hatten Sie auch schon mal einen Schlaganfall? Dann erzählen Sie mir von Ihrem Erlebnis!

 

Für ein wissenschaftliches Projekt sammle ich Erfahrungsberichte von Patienten und wie diese ihren Schlaganfall erlebt haben.

Wie war das in dem "Moment" des Schlaganfalls bis zum Wegdriften? Was haben Sie erlebt? Was haben Sie dabei gefühlt?

Schon wenige Sätze können eine große Hilfe und Unterstützung dabei sein, um die Bedingungen und Prognose künftiger Schlaganfall-Patienten erheblich zu verbessern.

 





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