Kommunikation-24

Initiative für Soforthilfe bei Schlaganfall

Gegen Ende der 90-ger Jahre ist mir immer wichtiger geworden, zu Beginn der Alexander-Technik-Arbeit eine gemeinsame Basis mit dem Klienten zu finden, quasi eine Geschäftserklärung, eine Geschäftsvereinbarung, eine gemeinsamen Sprache zu kreieren. Eine Ebene, auf die wir immer wieder zurückkommen können. Damit wir beide uns möglichst sicher sein können, dass wir vom Gleichen sprechen.

Das ist schwer genug in dieser Zeit.

Wir tauschen nur Worthülsen aus, und jeder füllt sie mit seinen individuellen Inhalten, Bildern.

So ergibt sich schon hier die abenteuerliche Aufgabe, Begriffe die ich benutze und das was ich damit meine, so zu wählen, dass meine Klienten oder Patienten bekommen, was Sie brauchen, um mich zu verstehen – und umgekehrt. Das ist die Basis für eine gemeinsame Arbeit auf dem Weg hin zu dem „sich selbst sein“.

Hier ein Video, in dem ich erkläre, was mit „Geschäftserklärung“ gemeint ist.

 

Eine „Geschäftserklärung“ ist also notwendig, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Es muss ja eine Arbeit miteinander möglich sein.

  • Wenn es möglich ist, beginne ich gerne im Liegen. Hier muss ich/man/frau sich nicht mit großem Aufwand mit der Schwerkraft arrangieren. Günstig ist die Rückenlage mit angestellten Beinen, die Engländer nennen das „semi-supine position“.
  • Der Rücken eben und der Kopf unterstützt durch Bücher in der Höhe, so dass der Hals in einer weichen Kurve einfach den Kopf mit dem Rücken verbindet.
  • Die Beine sind so angestellt, damit die Hüftbeuger hier ganz entspannt von der Oberschenkelinnenseite durch den Bauchraum zur Wirbelsäulenvorderseite gehen können. Dadurch ist auch die Muskulatur an der Rückseite des Rückens nicht gestresst, das heißt, der Rücken kann eher auf die Unterlage runterkommen.

Mit den Armen im gleichen Sinne verfahren.

  • Die Hände auf den Bauch legen, oder auf Kissen neben dem Körper, jedoch nicht ausgestreckt neben dem Rumpf auf der Unterlage.

Liegt die Klientin so, ist alles wunderbar aufgeräumt, kein Muskel wird schon allein durch die Lagerung gedehnt und dadurch zum Zusammenziehen gereizt. So ergibt sich quasi eine entspannte vorbereitete Umgebung, bestens geeignet für neue Lernprozesse. Das Thema der Arbeit ist ja schon auch, sich mit zunehmend angemessenem Aufwand zu organisieren, wenn aber beim „üben“ gleichzeitig in mir der „Kampf tobt“, habe ich es ungleich schwerer.

Es reicht ja schon, dass ich mir das im Alltag nicht immer so aussuchen kann, und schauen muss, so gut wie möglich mit den Situationen zurecht zu kommen. (Quasi Etüden und Tonleitern üben, der Alltag entspricht dem Konzert.)

Nachdem die/der Klient/in gut liegt, können wir uns der schon erwähnten „Geschäftsvereinbarung“ widmen.

Können wir eine gemeinsame Basis finden?

Man sollte meinen, das sei einfach, trotzdem gibt es immer wieder andere Erfahrungen.

Als erstes ist mir wichtig, festzustellen, dass sich bei dem „da Liegen“ um eine Bewegung handelt. Auch wenn er/sie ganz ruhig, fast bewegungslos da liegt. Und Bewegung ist nicht nur da, wo vielleicht der Brustkorb und der Bauch sich ein bisschen mit der Atmung bewegen.

Wir sind nicht weggeräumt wie ein Buch im Regal. Überall sind die Muskeln damit beschäftigt, sich zusammenzuziehen, auseinander zu gehen, länger werden, kürzer werden, längen, kürzen, längen, kürzen…. die ganze Zeit.

Ob ich das weiß oder nicht, ob ich das will oder nicht, ist völlig belanglos. Man kann es messen und man kann es sehen, mithilfe eines Mikroskops und entsprechend großer Auflösung ist es kein Problem, die ganze Zeit diese Bewegung festzustellen.

Mit dem zweiten Satz stelle ich fest, dass die Muskeln machen, was sie gesagt kriegen. Zumindest wenn ich halbwegs normal funktioniere und das ist sicher der Fall, wenn ich mich allein anziehen kann, allein essen kann, wenn ich mich artikulieren kann.

Die meisten Menschen, die uns begegnen, funktionieren in diesem Sinne normal. Dann ist es so, jeder Muskel macht, was er gesagt bekommt, kein Muskel hat ein Eigenleben, so dass er mal besonders viel machen will oder gar nicht will. Es ist so, er gehorcht.

Wenn ich diesen zweiten Satz mit dem Ersten zusammenfüge, dann kann ich sagen,

  • dass diese Bewegung, die da passiert,
  • deswegen so passiert,
  • weil sie genau so veranlasst worden ist.

Diese Bewegung in diesem Moment ist eine ausgefeilte ausdifferenzierte Choreographie, das alles genau jetzt diese Aufgabe hat und das macht. Ob das mir bewusst ist oder nicht, ob ich mir das so ausgesucht habe, ob mir das gefällt, das sind alles belanglose Fragen. Erst einmal ist es so. Das ist für mich die Basis.

Wenn ich davon ausgehen muss, es ist vom Himmel gefallen, es ist Zufallsprodukt, dann habe ich keine Chance, dann sollte ich mich mit anderen Sachen vergnügen und nicht in diese Richtung gehen wollen.

Ich möchte mehr Beteiligung an meinem eigenen Leben. Meinen Spielraum bespielen.

Also, diese Bewegung so, wie sie ist, passiert, passiert deswegen so, weil es genau so veranlasst worden ist.

Mit anderen Worten: SIE, SIE SELBER haben dafür gesorgt, dass eine Bewegung passiert ist! Erst, wenn Sie diese „Geschäftserklärung“ akzeptiert haben, ist Veränderung und eine Arbeit miteinander möglich.

 

Hier geht’s zum zweiten Teil dieses Artikels: „Was ist das „Ziel“ bei der Alexander-Technik?“

Auf meiner Website Alexander-Technik-Bodensee.de finden Sie zu diesem Thema auch ein Video, in dem ich beschreibe, wie Die Arbeit konkret aussehen kann.

Video-Übersicht

Meine Fusionwall - Hier finden Sie alle Videos dieser Website übersichtlich auf einer Seite

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