Kommunikation-24

Initiative für Soforthilfe bei Schlaganfall

Dies ist Teil 2 des Artikels über die Geschäftsvereinbarung bei der Alexander-Technik.

 

Vor jeder Stunde gilt es, sich etwas klar zu machen… Die Frage, wo will ich hin? Was ist das „Ziel“ bei der Alexander-Technik? Und wie komme ich dorthin?

Wenn der Patient / die Patientin in die eine Richtung will und ich will in die andere, dann kommen wir nicht zusammen. Dann können wir nicht zusammen arbeiten.

Um das „Ziel“ leichter anschaulich machen zu können, habe ich ein Beispiel aus dem Leben. Für die Meisten ist es eine bekannte Situation:

Morgens, der Wecker klingelt. Sie wachen auf und stellen fest, es gibt Sie noch. Sie schauen auf die Uhr und sehen, der Wecker hat zwei Stunden zu früh geklingelt!

Vier Uhr!

Und – was machen Sie? Sie freuen sich, sagen: „Hurra! Ich kann zwei Stunden länger arbeiten! Ich habe noch mehr Möglichkeiten, was zu machen oder mich zu bewegen!“ Oder vielleicht auch: „Oh, ein Glück! Ich kann noch zwei Stunden länger schlafen!“

Und dann liegen sie wieder da und schlafen länger.

 

Nehmen wir die zweite Situation. Das ist wahrscheinlich auch die häufigere.

Ja, im ersten Moment, wo der Wecker klingelt, da sind Sie in einer bestimmten Qualität, die ich bezeichnen würde als „wach und angespannt“. Dann kommt die Erkenntnis, Sie können noch zwei Stunden länger schlafen.

Sie fallen wieder zurück ins Kissen und ändern die Qualität in eine andere. Diese will ich bezeichnen als „weniger wach und weich“.

Diese zwei Qualitäten „wach und angespannt“ und „weniger wach und weich“ sind für mich, ich spreche nur für mich, wie zwei Pole, zwischen denen wir uns im Allgemeinen im Alltag bewegen, mal mehr so oder mal mehr so.

Sie kennen das von der Arbeit, der Chef kommt, alle machen wie die Erdmännchen, der Chef ist weg: „Puh!“ und sacken wieder zusammen.

Oder:

Sie sind fertig mit der Arbeit: „Endlich!“ Sie schlurfen nach Hause, dann ist noch was „Zack!“, Sie sind wieder in der angespannten Stimmung und hat sich gelöst, ja? Das ist so oder? Mal mehr so und mal mehr so, die Nuancierung bewegt sich innerhalb dieses Spektrums.

Das ist aber nicht alles, wozu wir in der Lage sind !!!

Zumindest als Kind, als wir gerade eben stark genug waren zu laufen oder zu gehen, zu stehen. Da hatten wir noch eine andere Qualität, wir mussten sie haben, sonst hätten wir das Stehen und Laufen gar nicht geschafft! Und diese andere Qualität war der Inbegriff des Daseins. Schauen Sie kleinen Kindern zu. Sie spielen, sind einfach da, pure Selbstverständlichkeit.

Bis sie auf einmal Gummibärchen haben wollen, dann: der Kopf ist eingezogen, die Arme, alles deutlich anders, jetzt sind sie „wach und angespannt“.

Ist das Problem gelöst, dann öffnet sich alles wieder, der Kopf geht wieder nach oben, als neugieriges Ende des Rückens, die Arme, die Hände wachsen hinein in den Raum, die Beine gehen nach unten, alles geht auseinander, das Kind wird weich und macht seine Sache weiter, spielt, geht in die Hocke. Die beste Rückenschule kann das nicht auch nur halbwegs so gut hinkriegen, wie die Kinder das ohne Rückenschule von alleine machen.

Da muss was im Spiel sein! Aber dazu kommen wir später.

Sie machen ihre Sachen weiter, irgendwann haben sie genug input, input von aussen, von Gedanken, von Wünschen… Und dann werden sie müde, dann werden sie „weniger wach und weich“. Ja, und dann liegen sie da wie………mit Sesam gefüllte Tierchen oder Knutschentchen oder Schlampersäckchen…., hängt einfach da, so weich, …

In dem Moment, wo es dann wieder wach wird, wächst der Kopf wieder hinein ins Universum, erfüllt wieder die Aufgabe, das neugierige Ende des Rückens zu sein, es orientiert sich im Raum, wendet sich dem Leben zu. Die Arme, die Hände, die Beine, Füße, alles wächst hinein in den Raum, geht auseinander. Diese Qualität möchte ich benennen mit „wach und weich“.

 

Lassen Sie uns nochmal alles zusammenfassen:

  • Das erste war „wach und angespannt“
  • Der andere Pol war „weniger wach und weich“.
  • Das, was ich zuletzt benannt habe, ist dieses „wach und weich“ .

Und genau dieses „wach und weich“ ist es, was ich wieder haben können möchte.

Können möchte.

Nicht haben muss, um richtig zu sein. Das wäre sonst das Aufwärmen des Bekannten. Nein, als zusätzliche bescheidene Bereicherung meines noch bescheideneren Repertoires. „Wach und weich“.

Jetzt kann ich mich fragen, wie kriege ich das? Wenn ich sage, ich will das haben, dann verfalle ich in das alte Vorgehen, ich will das haben, da kann ich lange warten.

Was ist „Wach und weich?

Für mich ist diese Qualität „Wach und weich die Begleiterscheinung einer Bewegung.

Warum sage ich das so?

Weil ich die nächste Frage kenne.

Was ist es für eine Bewegung?

Und da habe ich eigene Erfahrung, auch in meiner bewussten Erinnerung. Z.B. im Thermalbad, wenn ich mir selbst genug bin… Wwer kennt das nicht “oh, ist das schön!“

Ich sehe es bei den (Klein-)Kindern, wenn ich sie anschaue. Die sind einfach.

Da.

Solange sie nicht gestört werden.

Warum wirkt das denn so stark, weil es das Ursprüngliche, unser evolutionäre Erbe antickt, ein Sehnen nach dem Paradies weckt, aus dem wir (Erwachsene, höchstwahrscheinlich alle) „erfolgreich“ vertrieben wurden.

Viele Lebewesen, die mit sich im Reinen sind, die einfach nur da sind, präsent sind.

Überall ist es so, wenn ich so viel mache, wie notwendig ist, um da zu sein, wo ich bin, wenn ich mir selbst genug bin, dann ist diese Qualität einfach da. Es ist gar nicht ein extra Thema, sondern es ist einfach. Ich bin präsent, ich bin überall da, beteiligt. Das ist „wach und weich“.

So, nun liegt dieser Mensch hier auf meiner Liege – oder, wenn ich mir dazu Gelegenheit gebe mit mir zu arbeiten, liege ich da und hier und da und dort, mache bestimmt mehr als notwendig ist, um da zu sein, wo ich bin.) Auch im Stehen, im Sitzen, am Schreibtisch, im Auto, egal wo…. jede Situation ist geeignet dazu, sie anzuschauen und davon auszugehen, dass ich mehr mache als notwendig ist um da zu sein wo ich bin.

Das ist ja nicht schlimm, nicht falsch, es ist einfach realistisch, ich habe mich einfach ganz wo anders hin gewöhnt. Ich erkenne an, dass ich hier und da und dort mehr mache, als notwendig ist, um da zu sein, wo ich bin.

Nun will ich wieder dieses „wach und weich“ haben.

Wir haben vorher gehört, die Muskeln machen, was sie gesagt kriegen.

Das heißt nun für mich:

Wenn ich im Moment mehr mache, als notwendig ist, um da zu sein wo ich bin, dann geschieht das so, weil meine Muskeln das gesagt bekommen. (siehe Satz 2: die Muskeln machen was sie gesagt bekommen)

Wenn ich dieses „wach und weich“ haben will, müssen die Muskeln eine andere Arbeit machen als jetzt und damit das möglich ist, müssen sie dieses Andere gesagt kriegen.

Bekommen sie das Andere gesagt, machen sie das und dann habe ich, was ich will, dann sind wir jetzt eigentlich schon fertig.

Sollte man meinen, aber dann doch wiederum nicht, weil diese Erkenntnis alleine nichts bewirkt..

Die Erkenntnis, dass,wenn ich gefrühstückt habe, habe ich einen guten Boden um den ganzen Tag lang und viel zu arbeiten, das Wissen darum, dass es so ist, macht mich nicht satt. Ich muss es tun, die Wirklichkeit holt mich sonst ein.

D.h., es geht weiter…

Wenn ich will, dass meine Muskeln etwas anderes tun, müssen sie etwas anderes gesagt bekommen… Und der einzige Mensch, dem sie „gehorchen“ bin ICH !!!

Wie mach ich das ???

Ich kann zwar sagen: Fritz, Hans und Emil ….macht mal !!! Es wird aber nichts passieren. So kommunizieren wir nicht mit uns. Vielmehr denken wir in Bewegungsgeschichten, Bewegungsmustern. Sie setzen sich hin, Sie legen sich auf den Tisch, Sie stehen auf, Sie laufen darüber, Sie nehmen die Tasse in die Hand um zu trinken, … es sind alles kleine Geschichten.

Das heißt, wenn ich von mir verstanden werden können möchte, muss ich das berücksichtigen, sonst mache ich mich unglücklich. Ich komme da nicht drum herum.

Wie kann ich das machen?

Ich liege hier, irgendeine Bewegung passiert schon, ich will nur, dass die anders passiert. Also heißt es, ich muss dafür sorgen, dass diese neue Bewegung passieren kann.

Aber passieren kann sie nur, wenn sie veranlasst worden ist!

Hier ein weiteres Video zum Thema „Geschäftsvereinbarung“ – aufgenommen am 19. Nov 2011 in der Ausbildungsklasse von Dan Armon in Berlin:

 

Video-Übersicht

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